Einführung

zu Hermann Bohner: „Arbeiten und Veröffentlichungen Ostasien betreffend“

Für das Internet aufbereitet, emendiert, um weitere Werke sowie ein Inhaltsverzeichnis ergänzt, mit ausführlicher Biographie und Anmerkungen versehen. Mai–August 2006, überarbeitet Sept.–Nov. 2009, Mai 2010 und März–April 2018: „Adi Meyerhofer,“ München.

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Hermann Bohner sah die primäre Aufgabe der Japanologie darin, Originalquellen in Übersetzung zur Verfügung zu stellen. Dabei legte er seinen Schwerpunkt auf Werke der japanischen Frühzeit und des Mittelalters sowie von Theaterstücken und Erzählungen seiner, d. h. der frühe Shōwa-Zeit. Die Übersetzungen zeigen ein hervorragendes Verständnis klassischer japanischer Kultur und zeichnen sich durch Genauigkeit und Brillianz aus. Die Qualität seiner Arbeiten wurde von wenigen Übersetzern in westliche Sprachen erreicht.
Bereits bei der Aufbereitung von Hermann Bohners Übersetzung des Werkes Zen-Worte im Tee-Raume (茶道掛物禅語道訳), ergab sich für den Webseitengestalter die Notwendigkeit bio- und bibliographische Informationen zu Hermann Bohner bereitzustellen. Dies gestaltete sich vergleichsweise schwierig, da zum einen die Werke in Deutschland kaum erhältlich sind, zum anderen durch die Vielzahl gleichlautender Titel (bzw. Sonderdrucke als Auszüge) eine verwirrende Vielzahl von kleineren Arbeiten erschienen ist. Nur durch die von Bohner im Selbstverlag herausgegebene Werksübersicht „Arbeiten und Veröffentlichungen Ostasien betreffend“ konnte ein gewisser Überblick gewonnen werden. Basierend auf diesem Werk soll hier der Zugang zu diesem – in Deutschland lange fast vergessenen – Übersetzer japanischer kultureller und Geschichtsquellen erleichtert werden. Zu diesem Zweck wird auch auf deutsche Bibliotheksbestände und japanische Textausgaben der Originale verwiesen.

Zu einigen, heute nicht mehr allgemein bekannten Persönlichkeiten (wie z. B. Stefan George), sowie zu japanischen Schriftstellern (u. a. Okamoto Kidō, Yamamoto Yūzō, Mushakōji Saneatsu) der Zwischenkriegszeit wurden biographische Angaben ergänzt.
Weiterhin finden sich auf dieser Seite noch folgende kleinere Volltexte bei denen das, (meist) japanische Urheberrecht mit seinen kurzen Fristen von 30 bezw. 38 Jahren, inzwischen erloschen ist. Die Angaben „№“ beziehen sich auf die von Bohner vergebenen Nummern im Verzeichnis.
Moderne Scantechnologie hat es ermöglicht, daß fast alle kleineren Arbeiten Bohners hier in einer Art „Werksausgabe“ gesammelt sind. Zwei seiner Bücher wurden in separaten Projekten online gestellt: » Zen-Worte im Tee-Raume und » Nihon Ryōiki, „Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus.“ Eine eigene Unterseite behandelt die Arbeiten seiner Brüder Theodor, Gottlob und vor allem Alfred.

Das Webangebot besteht im wesentlichen aus Text, was angesichts des modernen „ich drücke mich in maxinmal 140 Zeichen aus”-Wahn – dem auch ein offensichtlich geistig nicht ganz auf der Höhe befindlicher „Führer der freien Welt“ verfallen ist – den einen oder anderen Leser überfordern mag. Deshalb ist die Website auch für mobile Endgeräte weniger geeignet und nicht kaum dahingehend optimiert. Es mag für Nutzer solcher Geräte praktischer sein, die für einzelne Unterseiten bereitgestellten druckbaren Seiten herunterzuladen, die jedoch nicht bei jeder kleineren Änderung angepaßt werden können.

Sollte ein Leser die gesamte Website zum nicht-kommerziellen offline-Gebrauch abspeichern wollen, wird, um die Serverlast nicht unnötig zu erhöhen, gebeten keinen “site-scraper” wie htttrack einzusetzen, sondern eine Anforderung an den Ersteller per eMail zu senden.

zum ersteller

Der Betreiber dieser Seite ist technischer Fachübersetzer für Japanisch und kann die von Bohner in seiner Einleitung zu Zen-Worte im Tee-Raume gemachten Anmerkungen hinsichtlich Schwierigkeiten der Übertragung gut nachvollziehen:

Zunächst, in den Kōan dieses Buches, werden Schriftbilder übersetzt. Bei den Schriftzeichen aber bleibt Einzahl, Mehrzahl, Kasus, grammatische Verbindung ungefragt; deutsche Übersetzung kann nicht derart unbestimmt bleiben; ein Etwas geht verloren. Zweitens ist der Text Übersetzung aus dem Japanischen. Das Japanische aber hat Eigenheiten, die wir nicht recht nachmachen können; Einzahl, Mehrzahl bleiben meist ungenannt; ich, du, er, wir, ihr, sie – die Person bleibt meist unbestimmt. Das gerade gibt einen besonderen Reiz. Bei Zen, wo das Ich in das Du, in das All leicht übergeht, übergehen soll, ist solche Sprache eigenwertig und eigentümlich. Die Beziehungsetzung erscheint im Japanischen weithin als eine äusserst lockere. Als Beispiel sei hier der japanische Kasus absolutus (~は wa) genannt.

Dazu kommen noch die Schwierigkeiten des handgeschriebnen (d. h. gepinselten) klassischen, literarischen Japanisch, insbesonders auch des Kambun. Erschwerend weiterhin, daß in der unmittelbaren Nachkriegszeit die japanische Schrift einer Reform unterzogen wurde. Dadurch sind viele der seltener gebrauchten Kanji nur noch durch Nachschlagen verständlich.

Diese Seite ist auch eine Verneigung vor der Arbeit eines genialen „Kollegen,“ der, soweit das aus dem vorliegenden Material gesehen werden kann, den Ton immer richtig – wenn auch im Geist seiner Zeit für heutige Leser manchmal etwas zu nationalistisch – getroffen hat. Der stellenweise wunderschön antiquierte Sprachgebrauch Bohners wurde unverändert gelassen, er schafft einen besonderen „Bohner'schen Reiz.“