Alfred Bohner in Japan

In den 1920ern verhalf Hermann seinen beiden jüngeren Brüdern Alfred (*11. Apr. 1884) und Gottlob (*23. Dez. 1888 [1]) zu Anstellungen in Japan. Alfred Bohner, kam in der ersten Maiwoche 1922 an und war 1922–28 als Lektor für Deutsch und Musik an der Kōtōgakko in Matsuyama sowie an der Kadettenanstalt in Hiroshima tätig. Seine Tochter Hanna wurde am 23. Jan. 1923 dort geboren. Wie sein älterer Bruder urlaubte Alfred in Karuizawa, wo er auch gelegentlich an den dienstaglichen Klavierabenden der Karuizawa Summer Residents' Accociation (KSRA) aktiv teilnahm. Für den 24. Aug. 1925 organisierte er ein Konzert mit vier Künstlern, er selbst gab ein Solo von Tschaikowskys Herbst und Winter aus „Vier Jahreszeiten.“ Am 3. Aug. 1926 variierte er über Mozarts „Ah vous Dirai, je Maman.“ [KV 265 (300e), in Deutschland bekannter als „Morgen kommt der Weihnachtsmann.“] Vier Wochen später gab er die „Champagnerarie“ aus Don Giovanni. Wenige Tage später am 2. Sept. spielte er mit Prof. Vladimir Volin (einem Bariton) in der Karuizawa-Halle. 1927 kam er erst in der zweiten Augusthälfte in Karuizawa an. Am Freitag den 25. Aug. trat er wiederum auf.

Er promovierte, zurück in Deutschland über die „88 Heiligen Stätten von Shikoku“ (1931). Es erschien in monumenta nipponica 1938: „Tenchi Hachimaru no Koto.“ Rezensiert von M. Schwind wurde Alfreds Japan und die Welt Langensalza 1937 (Scan des Buches: pdf pdf und Volltext der Rezension pdf djvu.

Der Artikel Spuren der Krishitan in Iyo erschien im Jubiläumsband 1933 der OAG Tōkyō, S 50–6.

Wer sich für Naturheilkunde interessiert, dürfte Vergnügen haben an Alfreds Übersetzung von Hakusen Kawagimi's Kokon chie makura, herausgebracht 1927 von der OAG als Japanische Hausmittel: Scan pdf djvu

Die Beschreibung der Pilgerfahrt zu den 88 Tempeln von Shikoku hat in den den letzten Jahren ein Revival erfahren (vgl. hierzu die Arbeiten von Michael Pye). Gerald Kroll hat darüber das Buch Henro Boke: Pilgern auf Japanisch geschrieben (ISBN 978-3-902113-76-4) und einen gleichnamigen, eher amateurhaften Film produziert.
; 88 Tempel von Shikoku: Ein praktischer Reiseführer für Pilger; Norderstedt , (BoD); ISBN 978-3-7481-1043-9; [Handwerklich, BoD ist ein Selbstverlag, bei dem der Autor alles selbst erledigt, ist das Buch eine Katastrophe. Ein ausgedrucktes Worddokument, vollkommen frei vom Versuch lesbare Typographie zu schaffen. Nicht einmal Worttrennung wurde eingeschaltet, die wenigen Bilder so grob pixelig, daß man wenig erkennt. Die im Japanischen wichtige Unterscheidung Darstellung langer Vokale („ō“) wurde ebenso übergangen wie die Aneignung auch nur minimalen Hintergrundwissens. Alfred wird zitiert, das von dessen Bruder Hermann zu Kukai (dem die Pilgerroute gewidmet ist) veröffentlichte war scheinbar zu viel zu lesen. Auch wäre es z. B. nicht zu schwer die politischen Hintergründe herauszufinden weshalb in Tosa (heute Kōchi) so viele Tempel in den 1860ern zerstört worden waren. Daß keine Kenntnisse zum japanischen Buddhismus vorliegen, gesteht der Autor selber ein, plappert dafür etliche Legenden nach. Das Buch ist als Wegbeschreibung durchaus brauchbar. Eine online-Alternaive wäre henro.org.] Dazu im selben Verlag die engl. Übs.: 88 Temples of Shikoku: A Guide for the Walking Pilgrim, 2002 dazu 88 Temples in 55 Days: A Supplement to the 88 Temples of Shikoku. Ebenso eine französische Übs. 2022: Les 88 temples de Shikoku: Édition française, ergänzt durch: Les 88 temples de Shikoku: Guide de pèlerinage.

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