Hermann Bohner – Arbeiten und Veröffentlichungen Ostasien betreffend

Hermann Bohner – Arbeiten und Veröffentlichungen Ostasien betreffend

Shitennō-ji in Ōsaka


Photographie der Pagode des Shitennō-ji zur Meiji-Zeit.

Zur Geschichte: Dieser Tempel der „vier Himmelskönige,“ zum esoterischen Buddhismus gehörig, ist im Vergleich zu den Menschenmassen, die in Nara und Kioto in Tempeln unterwegs sind, vergleichsweise wenig besucht und ruhig. Die Gründung soll auf Shōtoku Taishi zurückgehen, der 587 den Bau eines Tempels gelobt hatte, so er seine Gegner besiegte. In diesem Tempel, anfangs Arahaka-ji genannt, soll S. T. auch die erste Apotheke und Krankenstation (mit kostenloser Behandlung) sowie ein Obdachlosenasyl eingerichtet haben. Die traditionellen vier Himmelskönige (四大天王, catur-mahārājas, oder Lokapālas) der indischen Kosmologie (Dhṛtarāṣṭra, Virūpākṣa, Dhanada, Virūpōkṣa1) hat man japanisch umgedeutet. Es sind hier außer dem Gründer, Kukai, Saichō (beide Bringer des esoterischen Buddhismus, frühes 9. Jahrhundert) und Buddha. Die Pagode gilt als die älteste erhaltene Japans. Die Chronik Honchō Nendaiki berichtet, daß sie beim Erbeben 1299 (正安 1/4/25) umstürzte.

a. Gründung des Tennōji und Hōkōji.
Der Sieg [der pro-buddhistischen Fraktion im Bürgerkrieg 587] tritt äußerlich in Erscheinung zunächst in der Errichtung der von dem Prinzen Shōtoku und von dem O-omi gelobten Bauwerke. Der Tempel Tennōji (oder Shitennōji) in Naniwa, dem jetzigen Osaka, bildet das im Laufe der Jahrhunderte wiederholt zerstörte, aber immer wiederhergestellte, von Shōtoku den buddhistischen vier Himmels-Königen (sinico-japanische „shi-tennō“ daher der Name; „ji“ Tempel) nachdem Kriege gewidmete Heiligtum, welches mit dem Wohnsitze des überwundenen [Minobe no] Moriya als Grundbesitz und mit der Hälfte seiner Sklaven ausgestattet wurde¹); noch heute besteht dort eine der Verehrung des denkwürdigen Prinzen geweihte Kapelle.

Noch aus dem Jahre des Bürgerkrieges 587 berichtet das Nihongi, Aston U., S. 115: „When the civil troubles had been quieted, a Temple of the Four Heavenly Kings was built in the province of Settsu.“ (Hierzu Fußnote 2 von Aston: „At Osaka. Still known as Tennōji“) „Half of the Ohomaraji's slaves, together with his house, were constituted the slaves and farm-house of the Great Temple, …,“ Ein aus vielfach nicht einwandsfreien, japanischen Quellen schöpfender Aufsatz von J. Summers: „Notes on Ōsaka“ (TASJ VII, S.388–408), der auch den Tennōji beschreibt, ist in der Lage, sogar genau den Ertragswert des ihm damals zugewiesenen Grundbesitzes mit 186890 Koku Reis anführen zu können (S. 398)! Der Bau des Tempels scheint in Wirklichkeit so schnell nicht erfolgt zu sein; denn erst aus dem Jahre 593 meldet das Nihongi weiter, daß mit der Erbauung begonnen wird (Aston, ebenda, S. 123; Florenz, Nihongi III, Geschichte Japans im 7. Jahrhundert, Buch 22, S. 4). Die Geschichte des Tempels im Nihon Shoki(Sushun, Einl. 587/7) dürfte eine Ausschmückung der Redakteure sein, die dort erwähnten Sutren sind erst 660 in japan nachweisbar.

Die gezeigten Photos des Tempels wurden vom Webseitengestalter bei einem Besuch im Oktober 2010 aufgenommen.

Shitennō-ji
Bild 1Bild 2Bild 3Bild 3
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Bettelmönch
Shingon-Mönch
Kalchakra
Pagode
Tor
Tor und Pagode
Nebentempel
Nebentempel
Kukai
Kukai
Kalchakra
Kalchakra
Saicho
Saichō
S T
Shotoku Taishi
Wasser
Wasserbecken
Kukai klein
Kukai-Statuetten.
Jizo
Jizō
Nebentempel
Kiefer

Zur legendären Enstehungsgeschichte vgl. auch: Die Drei Kleinodien glaubend ehren… (im Nihon Ryōiki)


1) “Deva (ten 天). Shitennōji 四天王時 (in shortened form, Tennōji) is called after the Four Devarajas governing and protecting the four quarters of the universe. Of the individual gods we find only Vaishravana, King of the North and bestower of riches, in Bishamon-do 毘沙門堂 (transliterating his Sanskrit is name), while Tamonji/-in 多門時/院 a hybrid of phonetic rendering (-vana > mon) and semantic interpretation using the explanatory character for mon; as he is believed to listen eagerly to the Buddha’s sermons he is called ‘He who has heard much.’ His consort, Kichijo-ten (Shrimahadevi), the goddess of happiness, enjoys great popularity reflected in many temples called Kichijōji or Kisshōji.” [ ▲ ]