Hermann Bohner – Arbeiten und Veröffentlichungen Ostasien betreffend

Hermann Bohner – Arbeiten und Veröffentlichungen Ostasien betreffend

Veröffentlichungen in Kriegsgefangenschaft


Küste Chinas 1914, mit fremdem Kolonialbesitz.

Dieser Abschnitt findet sich nicht im zugrundeliegenden Werk, er wurde für die Website neu geschaffen. Die vorliegenden Informationen stammen im wesentlichen aus den „virtuellen“ Ausstellungskatalogen des Deutschen Historischen Museums („Der Chor der Gefangenen,“ 27. März bis 19. Juli 1998) und der Bando-Sammlung des Deutschen Instituts für Japan-Studien (DIJ). Hilfreich zum allgemeinen historischen Zusammenhang war auch die Seite tsingtau.info: „Historisch-biographisches Projekt von Hans-Joachim Schmidt (seit 2002).“

Lager Matsuyama (Nov. 1914 bis Ende März 1917)

„In der damals ca. 40000 Einwohner zählenden Stadt Matsuyama (松山), Hauptstadt der Präfektur Ehime (愛媛県) wurden am 11. November 1914 drei getrennt liegende Unterkünfte für die deutschen Kriegsgefangenen ausgesucht und zweckentsprechend ausgestattet. Die Stadt stellte die städtische Versammlungshalle „Kokaido“ zur Verfügung. Diese lag im Südwesten des Ortes an der Bahnlinie nach Takahama. An der gleichen Bahnlinie nahe des Bahnhofs wurden einige Häuser des buddhistischen Tempels Dairin-ji für 40 sen pro Tatami (180 x 90 cm) als Kriegsgefangenenheim und für dessen Verwaltung angemietet. So auch die Nebengebäude in fünf verschiedenen Tempeln im Yamagoe-Tempelbezirk. Die Verteilung der Gefangenen auf die Unterkünfte war folgende: Im Kokaido 177, im Dairin-ji 81 und in Yamagoe-Tempellager 157 Mann, insgesamt 415 Personen. … Auch Kleinigkeiten wurden hart bestraft, z. B. Scherzen mit Frauen, Verkehr mit Unkrautjäterinnen, Trunkenheit, für geschmuggelte Post, nicht befolgte Befehle und Nachlässigkeit mit Feuer. Oftmals durfte nur ein Bogen im Brief geschrieben werden.“

In der ab Januar 1916 wöchentlich erscheinenden Zeitschrift des Lagers Matsuyama, in dem Bohner bis 1917 gefangen war, scheint er (namentlich gezeichnet) nichts veröffentlicht zu haben.
Lagerfeuer: wöchentliches Blatt für die deutschen Kriegsgefangenen in Matsuyama. – Bando 27. Jan. 1916–2.1917 [damit Ersch. eingestellt. Nachdruck als Sammelband Lagedruckerei Bandō 1919]; (Digitalisat des nur im Handschriftensaal der BSB München einsehbaren Exemplars, weitere Druckausgaben-Bestände (ZDB): Berlin 1/1a; SUB Hamburg, UB Uni BW HH.

Lager Bandō (板東俘虜収容所, März 1917 bis Jahreswende 1919/20)

Im erwähnten Katalog des DIJ sind 44 Beiträge Bohners in den Lagerzeitschriften von Bandō nachgewiesen. Darunter auch häufig Banales, wie z. B. die Meldung im Täglichen Telegramm Dienst vom 28.11.1918: „Der Vortrag Donnerstag fällt aus.“ Im wesentlichen beschränken sich die Meldungen von/über Bohner im Täglichen Telegramm Dienst auf Ankündigungen von Vorträgen zu Kunst und Malerei, die er regelmäßig gehalten hat. (Neben Meldungen wie: „Neu eingelegte saure Bratheringe zu empfehlen“ 27.01.19)

Baracke

Das DIJ hat seinen Bestand gescannt online gestellt. (Es fehlen dort einige wenige Ausgaben, die in Bayerischen Staatsbibliothek erhalten sind.)

Im folgenden nur solche Artikel (im Original alle in Kurrentschrift), die eine gewisse Substanz haben:

Ansonsten war er u. a. als Schiedsrichter für Kunst bei der Ausstellung 8.-18. März 1918 im Kokaido in Bando (vgl. Führer durch die Ausstellung für Bildkunst und Handfertigkeit Kriegsgefangenenlager Bando 1918)


Inhalt

Weiterhin wirkte er mit an der Zusammenstellung der: „Beiträge zur Ostasienkunde:“ Sammlung literarisch-wissenschaftlicher Arbeiten deutscher Kriegsgefangener in Japan 1914–20; Tōkyō (OAG); Sert.: Mitteilungen der OAG, XVIII;. Darin: „Kurzer Bericht über die Tätigkeit im Lager Bandō, soweit sie auf Ostasien Bezug haben,“ S. 262-275

BSB Förderer

Hinweis: Die wenigen erhaltenen Exemplare der in Bandō gedruckten Materialien sind alle in einem miserablen Erhaltungszustand, was vor allem daran liegt, daß kriegsbedingt nur minderwertiges Papier zur Verfügung stand. Noch ist es möglich diese Bücher, bevor sie vollkommen zerfallen, durch restaurative Maßnahmen zu erhalten. Der Webseitengestalter bittet daher um eine Spende für den gemeinnützigen Verein Förderer und Freunde der Bayerischen Staatsbibliothek (Bayerische Landesbank, München, Konto: 59391, BLZ: 700 500 00; Verwendungszweck: „Bestandserhalt“).


Weiterführende Literatur
zu Tsingtau im Kriege ist in den letzten Jahren mehr erschienen (die nationalistisch-deutschtümelnden Werke der Zwischenkriegszeit (Schon erschien s; Die Helden von Tsingtau (Berlin 1915), in der unmittelbaren Nachkriegszeit dann etliche Werke von Kriegsteilnehmern, wie z. B.: ; Der Kampf um Tsingtao; Leipzig ) sind hier kaum von Bedeutung), die deutschen Kriegsgefangenen in Japan waren weniger Gegenstand der historischen Forschung, das Standardwerk bleibt die Bücher Burdicks. Als Anregung seien folgende Titel genannt:


Lager in Japan (1914–20)

In Gefangenschaft verstarben 82 Mann. Die Frauen und etwa siebzig Kinder der „Schanghai-Deutschen“ blieben in China, wurden aber meist auf den aus Japan kommenden Schiffen ab Februar 1920 deportiert. (Die englische Regierung hatte durch diplomatischen Druck 1919 die Enteignung und Ausweisung der verbliebenen 2176 deutschen und österreichischen Staatsbürger erreicht. China unterzeichnete das Versailler Diktat nicht mit, sondern erklärte den Kriegszustand 1919 für beendet und schloß 1921 einen separaten Friedensvertrag, in dem das Deutsche Reich als erste der westlichen Mächte auf die Exterritorialität verzichtete.)